Geschlüpft …

… ist gestern noch der Rucksack fürs Nichtenkind.

Ganz schlicht, wie sie es am liebsten mag.

Für mich ist bei jedem Rucksack die Geburt, also das Wenden, der spannendste Moment … naja, vielleicht sind die Momente, in denen ich etwas wieder auftrennen muss, weil ich unkonzentriert war und Grütze genäht habe, z.B. stellt sich nach dem Wenden heraus, dass das Schlüsselband auf der falschen Seite – sprich außen, statt innen drin, ist, noch spannender … neben allem Ärger.
Spannend ist es, weil ich immer hoffe und bange, dass ich das, was ich genäht habe, wieder heil auseinander bekomme. Ich habe nämlich die Tendenz bombensicher zu nähen … nein, das ist kein Auftrenn-Vergnügen.
Aber bei diesem Rucksack stimmte alles. Er war sogar höchst willig, sich wenden zu lassen.

Nur im Inneren durfte es etwas „wilder“ sein.

Während ich heute die kleine vormittägliche Haushaltsrunde bestritten habe, habe ich überlegt, was ich als nächstes mache.
Entweder nähe ich das Hemd fürs Kind fertig – eine echte Herausforderung, weil ich noch nie ein Hemd genäht habe … aber immerhin habe ich schon den Kragen dran. Jetzt müsste ich mich an die Ärmel … die Manschetten machen, wenn die so kompliziert sind wie der Kragen, dann Halleluja!
Oder ich nähe die Geburtstagstasche für meine Mutter.
Oder ich nähe etwas ganz anderes.
Oder es klingelt gleich und der Mann vom Paketdienst überreicht mir meine bestellten Aquarellpinsel. Dann kann ich ein wenig vor mich hin … im Zweifel gern auch auf mich drauf, klecksen.
Oder ich setze mich irgendwo bequem hin, lesen das angefangene Buch weiter und nicke dabei bestimmt ein.
Oder … nein, alles klar – meine Pinsel kommen!