Das Leben in Zeiten mit Corona …

… ist schwierig, bringt aber auch große Freude über ganz kleine Dinge ins Leben.
Gestern zum Beispiel hat mich der Gatte, damit beglückt, dass er mir Trockenhefe mitgebracht hat ♥ ♥ ♥.
Seit Tagen hatte ich versucht Trockenhefe zu kaufen. Es war nicht möglich. Überall leer gekauft. Normalerweise habe ich immer Trockenhefe im Haus. Finde ich praktisch, weil ich sie, anders als frische Hefe, lagern kann und sie funktioniert bei mir genauso gut wie frische Hefe. Irgendwie hatte ich aber meinen Lagerbestand nicht so richtig im Blick oder besser gesagt, ich habe nicht vorausgesehen, was Corona mit uns macht. Das ich eben irgendwann nicht mehr in einen Laden gehen kann und kaufen kann, wonach mir der Sinn steht.
Das die Menschen Klopapier, Haushaltsrollen, Taschentüchern, Nudeln, Mehl, TK-Pizzen und und irgendwelches Dosengemüse und Dosenobst horten, ist mir schon vor 14 Tagen aufgefallen, als wir im Supermarkt vor leeren Regalen standen, aber dass es so ans „Eingmachte“ geht, hätte ich nie für möglich gehalten. Trockenhefe ist nicht das einzige, was ich hier nicht mehr bekommen habe. Nach Grünen Linsen habe ich mir die Haken abgelaufen. Nirgends Grüne Linsen zu bekommen. Sonst kauft die keiner und ich muss auf das Haltbarkeitsdatum kucken, damit ich keine alten Dinger kaufe. Jetzt ist alles weg. In der „Not“ nehmen sich die Menschen sogar vor Grüne Linsen zu essen. Ich glaube nämlich wirklich nicht, dass die Menschen das, was sie jetzt horten, tatsächlich essen werden. Egal, nicht mein Problem. Mir ist zum Glück noch eingefallen, dass es bei uns seit Kurzem einen „Unverpackt-Laden“ gibt und dort habe ich, für viiiiiiiiiiiiiel Geld, Grüne Linsen bekommen. Allein das Papiertütchen, in dem ich meine Linsen erstanden habe, weil ich kein Behältnis dabei hatte, hat 50 Cent gekostet. Und die Tüte ist wirklich nicht groß – ca. 14 x 21 cm . Ich habe die Tüte dem Ingwer, der aus Mexiko kommt und so ganz anders aussieht als sonst Ingwer …

… geschenkt. Ich habe den Eindruck, dass er sich darin sehr wohlfühlt und die Tüte kann ihren Preis abarbeiten.
Ein Kichererbsenproblem hatte ich auch noch, aber das ließ sich schneller lösen.
Auf jeden Fall haben mich diese Umstände gelehrt, dass ich ab sofort alles einsacke, was ich unterwegs treffe und von dem ich meine es, in irgendeiner Art und Weise in etwas Essbares verwandeln zu können. Fertigkram kommt mir aber weiterhin nicht ins Haus. Die einzigen Konserven, die es bei uns gibt sind Mais, Kidneybohnen und Dosentomaten für ein schnelles Chili sin carne und Artischockenherzen für die Pizza.
Desweiteren werde ich noch versuchen ein paar TK-Erbsen, TK-Grüne Bohnen und ein bisschen TK-Fisch zu ergattern … so mir der Einkaufsgott wohlgesonnen ist.

Punkt. Absatz. Gedankensprung, aber nur ein kleiner …

Unser schönes Bundesland Schleswig Holzbein war nach Bayern, das zweite Bundesland, dass Großveranstaltungen über 1000 Personen verboten/abgesagt hat. Radikal. Ohne wenn und aber und ohne Diskussionen über irgendwelche Sportveranstaltungen.
Das hat mich noch viel nachdenklicher und ängstlicher gemacht. Immerhin zählt der Gatte auch zur Risikogruppe.
Aus diesem Grund habe ich gestern für ihn ein Bahnfahrverbot erlassen und nun muss er mit dem Auto zur Arbeit fahren. Sind zum Glück nur noch zwei Tage. Dann hat er Urlaub.

Heute morgen hat meine Angst meine Mutter getroffen und ich habe eine Ausgangssperre angeordnet.
In neun Tagen hat sie Geburtstag und hatte sich gewünscht Essen zu gehen. Ich wollte ihr diesen Wunsch gern erfüllen und hatte mir schon einen Italiener ausgekuckt, den wir von ihrem Heim aus gut zu Fuß, sie in ihrem Rollstuhl schiebend, hätten erreichen können. Denn ich fand für einen ersten Ausflug nach gut einem Jahr selbstauferlegter fast Bewegungslosigkeit muss man sie nicht auch noch in ein Auto verfrachten.
Tja … und heute Morgen fiel mir dann auf, dass das bestimmt keine gute Idee ist. Zum einen weiß man in der Tat nicht, ob man in neun Tagen noch Restaurants offen sind und zum anderen kann ich es nicht verantworten, wenn sie sich unterwegs irgendetwas, vielleicht auch Corona, aufsackt und mit ins Heim schleppt. Geht nicht, ist nicht, fällt aus.
Das habe ich ihr auch umgehend mitgeteilt. Die Enttäuschung war erstmal, man weiß nie was da noch kommt, nicht so groß, wie ich befürchtet hatte.
Ich habe ihr versprochen, dass wir irgendwann später essen gehen. Dann schnappe ich sie mir, wenn ich sie besuche und karre sie zum Italiener.
Außerdem habe ich ihr versprochen, dass ich … wir ihr eine Pizza mitbringen. Eine Thunfischpizza wünscht sie sich zum 85.. Soll sie kriegen.
Und neue Unterhosen wünscht sie sich.
(Sie: „Kannst du nicht Schlips sagen statt Unterhosen? Klingt viel besser.“
Ich: „Nee, kann ich nicht oder willst du dir eine Krawatte um den Hintern wickeln?“)

Auch die soll sie kriegen.
Die genähte Tasche, die sie sich gewünscht von mir hat, hat sie augenscheinlich vergessen, aber auch die soll sie kriegen.

Und genau an die mache ich mich jetzt zu Zeiten von Corona und Sturm Hanna.

3 Gedanken zu „Das Leben in Zeiten mit Corona …

  1. Ja, dieses Corona-Dings schüttelt uns ganz schön durcheinander und beschert Dinge, an die wir bisher im Traum nicht gedacht hätten. Das Leipziger Wollefest ist nun auch abgesagt, aber ich denke, all diese Dinge kann man verkraften, wenn man dadurch die Chance hat, diesem Killerdings zu entgehen. Hoffen wir alle das beste, dass es möglichst bald wieder vorbei ist und das normale Leben wieder laufen kann!
    Ich denke, Deine Entscheidung, den Mutter-Geburtstag zu verschieben, ist sehr weise,
    liebe Grüße
    Regina

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  2. Man macht sich wirklich langsam so seine Gedanken. Beim Einkaufen habe ich gestern soweit keine Lücken gefunden, ich habe allerdings vorsichtshalber 😉 mal noch ein Paket Küchenrollen und Toilettenpapier mitgebracht. Da wir direkt fußläufig Aldi und Lidl haben, kann ich immer mal wieder in Zeiten wo es nicht so voll ist (meistens so zwischen 13.00 u. 14.00h) reinschauen und mitbringen was uns so fehlt. Ich habe eigentlich auch immer genug Vorrat im Haus, aber ab und an benötigt man etwas, was gerade fehlt. Vorige Woche war es schwieriger, aber ich denke auch hier wird es wieder mehr, nachdem wir hier in Solingen 5 Fälle haben, alles Männer zw. 50 u. 70, die in Südtirol in Skiurlaub waren, aber alle unabhängig voneinander. Gibt einem doch zu denken. Das Du Wolfgang mit dem Auto nach Hamburg schickst, ist richtig, würde ich auch machen. Wir werden auch größere Aktionen vermeiden. Heute wäre abends eine Infoveranstaltung unserer Walder Interessengemeinschaft bzgl. Veränderungen usw. für unseren Stadtteil, da wollten wir eigentlich hin, aber das lassen wir mal. Können wir auch in der Zeitung bzw. auf FB nachlesen und uns immer noch dann informieren, wenn es wieder „normale“ Zeiten gibt. Das Du den Restaurantbesuch mit Deiner Mutter verschiebst ist auch ok, in ihrem Alter gehört sie ja auch zu den Risikomenschen. Werdet Ihr in Wolfgangs Urlaub verreisen ?? Denn da sind ja übernächste Woche noch zwei „Feste“ zu feiern ;-))) ??
    Wir haben am 27.3. eigentlich eine Verabredung in Bonn zu einer Schiffstaufe, wissen aber noch nicht ob sie überhaupt stattfindet bzw. ob, wenn doch, die Öffentlichkeit dabei sein wird. Wir wollten uns mit Bekannten, mit den wir auf der Albatros waren und dem Kapitän des Taufschiffes und seiner Partnerin dort treffen. Da müssen wir aber noch abwarten, ob es klappt. Unsere Freunde, mit denen wir schon zweimal mit dem Schiff (Fluß u. See) unterwegs waren, haben ab dem 15.4. eine Holland-Belgien Reise auf dem Fluß gebucht (die gleiche, die wir im vergangenen Jahr gemacht haben) Die zwei wollen wir in Köln treffen bevor sie losschippern, auch das steht z.zt. noch in den Sternen.
    Ja, so ändert dieses blöde Virus auch das Leben Unbeteiligter und Gesunder Menschen, ohne das sie selbst etwas dafür können. Ich wünsche Dir noch einen schönen, heute bei uns wunderbar sonnigen Nachmittag (gestern hat es bis Nachmittags nur geschüttet) sende Dir liebe Grüße auch an den Gatten und bleibt gesund
    Christiane mit dem Rest.

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    • Ja, wir verreisen während Wolfgangs Urlaub.
      Wir fahren über Berlin nach Rügen. Dort haben wir wieder die Ferienwohnung mit dem tollen Blick, wo wir unsere „Hochzeitsreise“ verbracht haben. Ich hoffe auf ein bisschen Sonne. Morgens oder abends. Das ist mir egal. Die Sonnenauf- und untergänge waren einfach toll.
      Und da man zu der Zeit in der Ecke sowieso nicht viel machen kann, weil eigentlich alles noch zu hat und wir beide eindeutig weniger als 1000 sind, sollte eigentlich alles gut werden.

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