Ich wollte nie …

… eine Küchenmaschine.

Kann ich alleine … brauche ich nicht … nimmt nur Platz weg, waren meine Aussagen dazu.

Stimmt auch alles, ABER jetzt habe ich eine und finde die sehr cool!

Während sie die niederen Arbeiten (zum Beispiel Eier, Zucker und Butter für Cookies verrühren) erledigt …

… kann ich mich um die höher klassifizierten Tätigkeiten, wie Klo putzen oder bloggen, kümmern.

Das FreitagsMilchKaffeeGesicht …

… sieht ungefähr so aus, wie ich mich fühle.
Dieses Jahr hat mir wirklich arg zugesetzt und ich kämpfe im Moment sehr mit meiner Depression und mit der Angststörung (gestern hätte sie fast gesiegt und mich nicht aus der Wohnung gelassen, aber ich habe mich nachmittags doch noch aus der Wohnung geschleppt und bin mit weichen Knien, hoch gezogenen Schultern und bei jedem lauteren Geräusch zusammenfahrend durch die Gegend gewankt und habe es sogar in den Supermarkt geschafft).

Da mein Allgemeinzustand nicht so toll ist, ist es umso wichtiger, dass ich bei aller Pflichterfüllung auch etwas für mich tue, was mir gut tut.
Meistens vergesse ich leider was mir gut tut und bin dann umso entzückter, wenn es mir wieder einfällt.
Gestern zum Beispiel fiel es mir ein. Zwar auch nur über den Umweg – „Ach ja, ich wollte ja Andrea als Dank ein Paar Handstulpen für den kalten Winter draußen bei den Alpakas aus Cody stricken.“

Also habe ich den gewaschenen Cody und die Handkarden herausgeholt …

… habe das Alpaka gekämmt.
Aus diesem 7g Häufchen …

… wurde dieses 7g Wölkchen …

So flauschig. Einfach toll.

Jetzt muss ich mich ein bisschen ran halten und mehr Cody waschen, damit ich mehr kardieren, dann spinnen und letztendlich die geplanten Dankes-Handstulpen stricken kann.
Der Unterschied zwischen gewaschen und ungewaschen ist wirklich immens …

Ja, die linken und die rechten Faser stammen tatsächlich vom selben Tier.
Ich habe nachdem ich die erste Fuhre Fasern gewaschen hatte, bei der Besitzerin nachgefragt, ob sie den Sand wieder haben möchte. Es kam schon aus der kleinen Ladung Fasern die halbe Sahara raus. Verständlich, Alpakas haben nichts besseres zu tun, als Fressen und sich im Sand zu suhlen.

Im Sommer durfte ich die edlen Wollspender besuchen. Zum einen ist da Cody …

Zu dem Zeitpunkt lag die Schur schon zwei Monate zurück. Was ganz gut ist. Man sieht die „Mähspuren“ nicht mehr so.
Cody ist ein Wallach und nur darum darf er in der kleinen, im Aufbau befindlichen Herde leben.
Neben Cody gibt es noch Mutter und Kind (die Namen habe ich leider vergessen) …

Das vorne liegende Alpakababy ist auf dem Bild gerade drei Tage alt. Eine wirklich Süße.

Man beachte die für Alpakas typisch eingeknickten Vorderbeine.

Das hier ist die verfressene Helene. Eine total Hübsche, die an diesem Tag Geburtstag hatte und so viel fressen durfte, wie sie wollte und sie wollte viel und hing ständig mit ihrer Schnauze im Futterbeutel, wenn man ihr nicht schnell genug die Möhrenstücke angereicht hat.
Dann gibt es noch Achille …

Achill ist der Erstgeborene der obigen Mutter, deren Name mir nicht einfällt und somit der Bruder von dem diesjährigen Fohlen, mit dem ebenfalls von mir vergessenen Namen. Ich weiß nur, dass er mit B anfängt. Aber auch nur weil es logisch ist … Achille, der Erstgeborene der jungen Herde und nach A folgt B.

Achille hat inzwischen die Herde verlassen. Er wurde gegen zwei bunte Stuten getauscht, damit er in der eigenen Herde keinen Unfug anstellt und weder Mutter noch Schwester besteigt. Zwei Stuten als Tausch, weil Achille gute Gene hat und man davon ausgeht, dass er ein guter Deckhengst wird. Außerdem hat er für einen Hengst… einen pubertierenden Hengst ein sanftes Gemüt.

Der Ausflug zu den Alpakas hat mir viel Freude gemacht. Obwohl es brüllend heiß war, ich nur das klapprige Familien-an-Besucher-Ausleihfahrrad der großen Schwester fahren durfte, bei dem alle naslang die Kette abgesprungen ist (inzwischen war das Fahrrad in der Werkstatt, hat man mir berichtet … ich habe ihm den Rest gegeben :O))) ) und ich mich nebenbei, weil es auf dem Weg lag, um den Anschub der Wohnungsentrümpelung von meiner Mutters Wohnung kümmern musste.

Ich wurde sogar darum gebeten die Alpakas nebst den dazugehörigen Menschen möglichst bald wieder zu besuchen. Und wenn ich mich im nächsten Jahr früher entscheiden kann, dass ich Alpakawolle will, bekomme ich nicht nur weißen Cody, sondern auch andere Farben. Eigentlich ist es mir egal. Zur Not kann man die Fasern färben und da ist Weiß sowieso die beste Option. Allerdings wäre so ein Helene-Fließ schon schön. Helenes Farbe ist toll.

Beim Schreiben merke ich gerade wie gut mir der Besuch der Alpakas wirklich getan hat. Vielleicht sollte ich das bald wiederholen.
Beim nächsten Besuch in Berlin zwei Stunden bei den Alpakas einplanen. Kucken, staunen, die Alpakas mit Möhrenstückchen vollstopfen und mit ein bisschen Glück ein wenig Flauschen. Die mögen nämlich nicht gern gestreichelt werden. Kann ich aber gut verstehen. Ich lasse mich auch nicht von jedem Flauschen.
Die verfressene Helene ist manchmal zu einem Tauschhandel bereit: Möhre gegen einmal Flauschen lassen.

Natürlich kann man …

… einfach in den Supermarkt gehen und ein Glas Nuss-Nougat-Creme kaufen. Macht wesentlich weniger Arbeit, Krach und Dreck. Schneller geht es auch noch.

Aber selbstgemacht …

… ist viel viel leckerer. Richtig schön nussigschokoladig und nicht so entsetzlich süß.

So habe ich wirklich eine Nuss-Nougat-Creme, die den Namen verdient und keine Zucker-Creme, an deren zweiter Stelle der Zutatenliste Palmöl steht und dann erst Haselnüsse mit der stattlichen Angabe von 13% (wieder zusammengebaut würde die Menge wahrscheinlich die berühmten „Drei Haselnüsse“ ergeben) erscheinen.

Für mich lohnt sich die Mühe auf jeden Fall. Ich bin auch gar nicht böse über die Reste, die im Becher und am Pürierstab hängenbleiben. Ich bin da eher großzügig, weil ich dann mehr zum Abschlecken haben.
Das 500g Glas wird trotzdem gut voll …

Hält natürlich nicht so lange frisch, wie gekaufte Nuss-Nougat-Creme, sondern schimmelt ganz altmodisch, wenn man sie mal nicht schnell genug aufisst. Selbst das finde ich ganz wundervoll, weil es mir zeigt, dass manche Dinge doch noch natürlichen Abläufen unterliegen.

Mal ehrlich: Wann wird von dem ganzen industriell gefertigten Lebensmitteln mal etwas schimmelig?

Hier so gut wie nie. Neulich habe ich ein gekauftes Pesto erwischt, aber das war auch bio. Also mit ungefähr nur halb so vielen unnützen Zusatzstoffen.

So … das war das „gesunde“ Wort zum Wochenanfang.

Ich geh jetzt in die Küche zu Ende aufräumen und nochmal an der Nuss-Nougat-Creme rum löffeln.

Gestern Morgen …

… habe ich für einen netteren Arbeitsplatz …

den Balkon „abgeerntet“. Nun zieren die letzten Hortensienblüten mein Fensterbrett.

Ein bisschen was los ist trotzdem noch auf dem Balkon. Hier …

… da …

… und da

… werfen die Pflanzen noch mit ein paar Blüten nach mir.
Liegt wahrscheinlich daran, dass die armen Blumen ein wenig verwirrt sind, weil sie zur allerbesten Sommerzeit sechs Wochen lang ihr Dasein in der Wohnung fristen mussten.
Wir haben … unser Balkon hat eine „neue“ Bodenplatte bekommen. Er hat natürlich keine neue Bodenplatte bekommen. Die alte Bodenplatte wurde nur von Dreck und Unebenheiten befreit und dann neu gestrichen. Aber sowas dauert und es waren immerhin 21 Balkone zu verunstalten.

Ja, verunstalten. Wir haben nämlich jetzt einen Hochglanzbalkonboden.

Kein Scheiß! Der Boden ist nicht nass. Rechts unten sieht man ein paar Tropfen. Dort ist er nass. Der Rest ist Hochglanz.

Keine Ahnung wer sich das ausgedacht hat, aber es ist Mist. Sieht nicht nur Mist aus, sondern ist auch noch glatt. Ganz großartig! Schlecht gemacht und hingehunzt ist Boden zu allem Überfluss auch noch.

Aber! nach vier Jahren ist der Balkon nun endlich fertig. Ich hoffe zumindest das die Eigentümergemeinschaft nun zufrieden ist und wir im nächsten Jahr den Balkon die ganze Zeit nutzen können.

Da ganz fürchterlich laut nach mir gerufen wird …

… rechts ein Rucksack, links der Einkaufszettel und im Hintergrund das bisschen Haushalt, mache ich mich jetzt wieder aus dem Blog.

Allseits einen schönen Tag!

Start up …

… für mehr Platz für mich in meinem eigenen Leben möchte ich das nennen, an dem ich mich gerade versuche.
Zu diesem Start up gehört auch der Versuch wieder regelmäßig zu bloggen. Dies sogar mit der Maßgabe ein wenig Geld damit zu verdienen.
Mal sehen wie weit und wohin es trägt und ob und wenn ja, wie schnell ich wieder an den Dornenhecken meines Lebens strauchle, mich verheddere, hängenbleibe und meine eigenen Ziele aus den Augen verliere.

Die letzten Monate waren wirklich hart, aber ich habe die Hoffnung, dass es irgendwann tatsächlich besser wird nicht aufgeben.

Nähen ist nach wie vor noch das, was mir im Moment am meisten Spaß macht und mich am besten ablenkt/entspannt.
Es sind schon viel schöne Rucksäcke und kleine Täschchen entstanden.

Unter anderem habe ich für meine Mutter, damit sie mehr Platz in ihrem Bett hat und nicht dauernd die vielen Kleinigkeiten aus dem Bett fallen, BettTaschen genäht.

Ich habe lange an etwas Sinn machendem herumgegrübelt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Die Tasche wird per Klettverschluss geschlossen. Es erschien mir als das einzig Sinnvolle, weil die kognitiven Fähigkeiten immer mehr nachlassen und so ein Klettverschluss leicht zu begreifen ist,

Diese Tasche ist ungefähr DINA4 groß. Es würde ein Schreibblock und diverser anderer Kleinkram hineinpassen. Ich hatte es eigentlich als Parkplatz für ihr Tablet gedacht.

Die Tasche wird ebenfalls per Klettverschluss an ihrem Bettgitter (nein, noch ist sie nicht eingeknastet, aber Pflegebetten haben zumindest auf einer Seite immer ein Bettgitter) befestigt, …

… ist also schnell angebracht, aber zum Beispiel zum Bett machen genauso schnell wieder entfernt.

Weil ich aus Erfahrung weiß, dass meine Mutter nie genug Platz haben kann, habe ich ihr noch eine zweite, etwas kleine BettTasche genäht.

Die ist in etwa DINA5 groß und funktioniert genauso.

Die Taschen haben großen Anklang gefunden. Sowohl bei meiner Mutter als auch beim Pflegepersonal.

Und weil gerade per WhatsApp von meiner Mutter folgende Frage kommt:

habe Propleme mit cookies, brauche ich die? sind sie kostenlos?was ist so toll an den Dingern.

Mache ich mich jetzt vom Acker und versuche ihr die Sache mit den so wenig tollen Internetkeksen zu erklären.

Nähen als Therapie

Gestern Vormittag führten zwei Telefonat mit der großen Schwester in Berlin, die sich, nachdem die Wohnung unserer Mutter leer ist, netterweise vor Ort um die Renovierung der Wohnung kümmert, damit ich nicht schon wieder nach Berlin muss, zu ziemlich viel Frust, Ärger und Grübeleien.

Damit ich nicht mehr darüber Grübeln und nicht mehr Nichts tun musste, habe ich mich an die Nähmaschine gesetzt und Hirn und Hände beschäftigt (für mich ist es leichter Nichts zu denken, wenn ich das Hirn mit anderen, produktiven Dingen beschäftige. Zumindest tagsüber. Vielleicht fange ich bald an auch nachts zu nähen, aber bevor ich das mache, sollte ich mich des Nächtens lieber mit dem Lösen vom Matheaufgaben beschäftigen. Vertreibt auch das Grübeln und vielleicht auch das Nicht schlafen können).

Herauskam der Prototyp eines Einfach-Rucksack:

Es passt ganz bequem ein dickerer DIN A4 Hefter/Ordner/Sammelmappe hinein …

Er geht auch mit Sammelmappe im Bauch bequem zu und bietet noch dem einen oder anderen Platz … ich würde noch mein Notebook und mein Portemonnaie hineinbekommen, also alles, was ich für einen Tagesausflug, zum Beispiel nach Berlin, brauche.

Innen ist er gefüttert (ein hungriger Rucksack würde bestimmt nicht so gute Dienste tun ;O))) ) und hat eine Innertasche, die zum Beispiel das smarte Phone beherbergen kann.

Das nächste Modell wird innen noch einen kleinen Karabinerhaken bekommen, damit man den Schlüssel nicht in den Tiefen suchen muss. Bei diesem habe ich es schlicht vergessen.

Das Nichtenkind hat sich schon einen bestellt, aber bitte ohne Einhorn. Der Gatte möchte einen aus dem Rest des Elchbeutelstoffs, den ich, wenn ich lieb darum bitte, auch benutzen darf.