Das Nähfieber …

… hat mich voll erwischt. Hätte ich nie gedacht, aber ist so.

Nach meiner Schnellscheisserhose habe ich der großen Schwester erfolgreich eine auf den Hintern genäht.
Die Hose sitzt tatsächlich so, als hätte ich Mass genommen. Habe ich aber nicht, sondern einfach nur Pia mal Daumen – so wie ich meine Schwester vor meinem geistigen Auge hatte, habe ich die Hose drum rum genäht. Hat gepasst.

Danach war ich dann vier Tage in Berlin und konnte nicht nähen. Das war echt furchtbar.
So furchtbar, dass ich in den letzten Tagen ein T-Shirt …

… es hängt gerade, um sich von mir zu erholen, feucht auf dem Balkon herum. Am Ausschnitt musste ich ein wenig pfuschen, weil er nicht saß …

Ist aber Qualitätspfusch und sieht beim Tragen aus, als wenn es so gehört und sich das jemand von Anfang an so ausgedacht hat. (… ja, die Nähte dürften noch etwas gerade sein, aber das ist das erste, dafür sind die Nähte versäubert, was heute anscheinend niemand mehr macht … was machen die mit dem Gefranse?)

Als nächstes weckte ein Stufenrock meine Begehrlichkeit.
Weil ich mir nicht so sicher war, ob mir das Rezept so zusagt, wie es jemand aufgeschrieben hatte und mir der dafür angedachte Stoff für einen Fehlschlag zu teuer war, habe ich Probe genäht. Mit dem Erfolg, dass ich jetzt zwei Stufenröcke besitze …

Der linke ist der Proberock aus Resten. Oben Baumwolljersey und unten grünes Leinen, der Rest von der Schwesterhose. Hat gefallen und gepasst und darum habe ich mir gestern aus dem Edelleinen einen zweiten Rock genäht …

Ein Tragefoto. Auf Grund der momentanen Verdunklung wegen Sommerhitze grottenschlecht. Damit man sieht wie schön der Stoff wirklich ist, gibt es noch ein weiteres nichts sagendes Foto … (aber wenn man das richtige Foto einfügt, sieht es gleich viel besser aus … ja … genau … so … in etwa …)

Weil ich tatsächlich hochfiebernd bin, sitze ich gerade hier und entwickle die Umsetzung fürs nächste Projekt …

Aus diesen beiden Stoffen, …

… plus ein bisschen Alcantara und Strippe soll ein ganz wunderbarer Einhorn-Einfach-Rucksack werden.

Muss los. Muss nähen.

Erfolgreich geschrumpft …

… mein Hosen-Erstlingswerk.

Es war ein mühsamer Weg, aber ich bin zufrieden. Sehr sogar.
Die Hose ist total gemütlich und da sie aus Leinen ist, ist sie eine sehr edle Form der gemütlichen Hosen und sogar ausgehfein. Und das obwohl diese Art der Hosen, auf Grund des Gummizugs im Bund, im Familienjargon Schnellscheißerhose genannt werden.
Dank meiner eigenwilligen Lösung an den Hosenbeinen kann ich sie in zwei Längen tragen.

Entgegen des ursprünglichen Schnittes habe ich mir hinten noch zwei Gesäßtaschen drauf gebastelt (sogar so groß, dass das smarte Phone nur einen ganz kleinen Tick herausschaut :O) )

Die Gesäßtaschen habe ich, weil meine neue Nähmaschine das kann, mit jeweils drei Krönchen …

… versehen.

Am händischen zunähen von Nähten, sprich dem Blindsäumen, muss ich noch deutlich üben …

… aber ist ja nur für mich und innen.

Da ich nun eine ungefähre Vorstellung von den Größen Verhältnissen habe, kommt als nächstes die Schnellscheißerhose für die große Schwester unter den Nähfuß. Nähen ist nämlich irgendwie richtig toll.
Innerhalb eines nicht allzu großen Zeitfenster hält man etwas Fertiges in den Händen.

Um die neue Nähmaschine einzuweihen und weil ich mit meinem Rosenbeutel nicht ganz zufrieden war und hier noch der Elchstoff für einen neuen Elchbeutel herumlag, nähte ich den Elchbeutel …

Er ist so geworden, wie ich es erdachte. Hat genau die richtige Größe. Keine Hand kann bis in die Tiefen vordringen und es passt viel rein. Zum Beispiel auch ein breiter DIN A4 Aktenordner oder Paula, mein Notebook. Es passt sogar beides.

Meinen Lieblingsknopf habe ich unter- und angebracht …

Innen hat der Elchbeutel eine kleine Tasche und ich habe eine Schlaufe mit Karabiner eingenäht, …

… sodass ich meinen Schlüssel dort einhaken kann und die Suche nach ihm in den Tiefen des Beutels aufhört.
Und weil die Nähmaschine auch das kann, habe ich meinen Namen „eingestickt“ …

ja, an der Innentasche ist es schlampig, aber da wollte der Unterfaden nicht so wie ich und ich habe es zu Erinnerung so gelassen (… falls dieser Fehler mal wieder auftritt und ich dann nicht mehr wissen sollte wie man ihn beseitigt)

Ich freu mich und eile jetzt zum Zahnarzt (nein, darüber oder darauf freue ich mich nicht, gehe aber trotzdem und nehme den Elchbeutel mit).

Fisch & Sheeps

In der Küche warten lümmelnd die frischen Schollen auf mich und duften wunderbar nach frischem Fisch.

Nebenan trocknen die gewaschenen Schafe, nach nassem Schaf riechend (ich mag auch nasses Schaf riechen), still vor sich hin …

So riecht definitiv mitgebrachter Urlaub.

… ich habe meine Rohwolle … meine Wollflocken in der Waschmaschine, 3x Wollwaschgang mit 30° und bei 800 Umdrehungen schleudern, gewaschen. Ich vermute, dass tun nicht viele. Hat aber super funktioniert.

Ich spinne wieder …

Eigentlich hatte ich bei meinem Umzug von Berlin nach Ahrensburg beschlossen, das Spinnrad zu verkaufen. Es hat gut ein Jahr gebraucht, um mich zu überreden, es doch zu behalten.
Irgendwann dachte ich – So ein bisschen produktives Spinnen und dabei die Gedanken schweifen lassen, ist schon schön – und kramte es aus dem Keller.

Dann musste ich mich natürlich auf die Suche nach Fasern machen. Ich fand aber nichts, was mich wirklich überzeugte und so fragte ich den Gatten, ob ich mir ein Kardierbrett/Blendingboard kaufen darf (schon Mist, wenn man kein eigenes Einkommen hat). Ich durfte natürlich und so zogen ein Kardierbrett und viele unterschiedliche Fasern bei uns ein.

Am Samstagabend habe ich mir dann noch eine Portion Fasern für den Urlaub kardiert …

… und so konnte ich gestern Abend mit einem Blick auf Herrn Jauch und einem Blick aus dem Fenster auf den Deich …

… und die potenziellen Wollgeber …

… die zu der Zeit schon geschlafen haben und einem Blick auf Husum …

… das/den erste/n Rollag verspinnen …

Die wunderschöne, sehr ausgewogene und gut laufende Handspindel habe ich mir leider auch noch für unterwegs kaufen müssen. Das Spinnrad hätte nicht mehr ins Auto gepasst.

Der Gatte und die große Schwester, zu der ich bei meinem letzten Berlin Besuch das Kardierbrett mitgeschleppt hatte, sagen beide, dass ich sehr glücklich aussehe, wenn ich mein Brett bürste. Wenn zwei das sagen, muss es so sein.

Während ich gerade diesen Betrag schrub, besuchte uns einer der unzähligen, lärmenden Spatzen …

Ich glaube hier in der Gegend wachsen Spatzenkinder gut behütet und sehr kuschelig auf. Die Spatzen haben nämlich die Schnäbel immer voller Schafwolle (ich weiß leider nicht, ob sie die den Schafen ausrupfen oder auf dem Deich sammeln) oder kleiner, flauschiger Federn (wem sie die klauen, weiß ich auch nicht).