Ich spinne wieder …

Eigentlich hatte ich bei meinem Umzug von Berlin nach Ahrensburg beschlossen, das Spinnrad zu verkaufen. Es hat gut ein Jahr gebraucht, um mich zu überreden, es doch zu behalten.
Irgendwann dachte ich – So ein bisschen produktives Spinnen und dabei die Gedanken schweifen lassen, ist schon schön – und kramte es aus dem Keller.

Dann musste ich mich natürlich auf die Suche nach Fasern machen. Ich fand aber nichts, was mich wirklich überzeugte und so fragte ich den Gatten, ob ich mir ein Kardierbrett/Blendingboard kaufen darf (schon Mist, wenn man kein eigenes Einkommen hat). Ich durfte natürlich und so zogen ein Kardierbrett und viele unterschiedliche Fasern bei uns ein.

Am Samstagabend habe ich mir dann noch eine Portion Fasern für den Urlaub kardiert …

… und so konnte ich gestern Abend mit einem Blick auf Herrn Jauch und einem Blick aus dem Fenster auf den Deich …

… und die potenziellen Wollgeber …

… die zu der Zeit schon geschlafen haben und einem Blick auf Husum …

… das/den erste/n Rollag verspinnen …

Die wunderschöne, sehr ausgewogene und gut laufende Handspindel habe ich mir leider auch noch für unterwegs kaufen müssen. Das Spinnrad hätte nicht mehr ins Auto gepasst.

Der Gatte und die große Schwester, zu der ich bei meinem letzten Berlin Besuch das Kardierbrett mitgeschleppt hatte, sagen beide, dass ich sehr glücklich aussehe, wenn ich mein Brett bürste. Wenn zwei das sagen, muss es so sein.

Während ich gerade diesen Betrag schrub, besuchte uns einer der unzähligen, lärmenden Spatzen …

Ich glaube hier in der Gegend wachsen Spatzenkinder gut behütet und sehr kuschelig auf. Die Spatzen haben nämlich die Schnäbel immer voller Schafwolle (ich weiß leider nicht, ob sie die den Schafen ausrupfen oder auf dem Deich sammeln) oder kleiner, flauschiger Federn (wem sie die klauen, weiß ich auch nicht).