Der Corona Kram …

… tut mir nicht gut.
Er lässt mich hypochondrieren … ständig in mich hineinhören, lässt mich mich mehr denn je ums Kind und den Gatten sorgen. Verstärkt meine Depression und Angststörung.

Ich finde es verdammt schwer zu diesem Corona Kram einen hoffnungsvollen Zugang zu finden.
An sich hatte ich mir Anfang der Woche auferlegt mich einmal am Tag über den neusten Stand von Corona zu informieren und ansonsten die Klappen möglichst zuzumachen.
Funktioniert leider nicht wirklich. Es ist einfach allgegenwärtig. Die Welt scheint auf den Coronavirus reduziert zu sein.

Was mir in dieser Zeit am meisten fehlt, sind ein paar positive Nachrichten. Eine klitzekleine Randnotiz wie zum Beispiel: „Ein Überleben des Coronavirus ist durchaus möglich“ oder „Es weiß noch keiner wie, aber es wird ein Leben nach dem Coronavirus geben“.

Im Moment scheint dieser Virus uns alle dahin zu meucheln. Ganz egal was wir tun, er erwischt uns alle. Es gibt keine Entrinnen. Die Frage ist nur wann.
Warten wir es ab. Sitzen wir es aus.
Ich kann die angeordneten Maßnahmen alle verstehen und bin bereit sie umzusetzen und setze sie auch um. Wir bleiben brav zu Hause. Na gut, nicht immer, aber eine einsame Runde an der frischen Luft ist noch nicht verboten und kann der Gesundheit nur zu gute kommen.
Aber den Zustand des Wartens, den eben dieses „Warten wir es ab – Sitzen wir es aus“ hervorruft, finde ich furchtbar.
Ich konnte noch nie gut warten. Ich finde es schon blöd auf ein Paket warten zu müssen, auf des Inhalt ich mich wenigstens in den meisten Fällen freuen kann.
Aber worauf warte ich?
Wie lange muss ich warten?
Gibt es einen Grund mich auf das, worauf ich warte, zu freuen?
Oder soll ich dem lieber bange entgegensehen, weil es nicht besser sein wird?
Fragen über Fragen auf die keiner eine Antwort hat.

Inzwischen bin ich so verunsichert, dass ich mir nicht mal mehr sicher bin, ob sich irgendjemand sicher ist, etwas genaues über diesen Virus und dessen Verbreitung zu wissen.
Ist es noch „zeitgemäß“ bei Menschen mit Symptomen nur auf Corona zu testen, wenn es die begründete Möglichkeit auf den Kontakt mit einem infizierten Menschen gegeben hat?
Gerade wo es doch heißt, dass es auch Infizierte ohne Symptome gibt?
Und immer häufiger die Infektionsketten nicht geklärt werden können.

Der Gatte hatte gerade eine Erkältung. Ich hatte gerade eine Erkältung.
Jedenfalls gehen wir beide davon aus, dass es eine Erkältung war, weil wir beide keine bekannten Kontakte zu Corana Infizierten hatten und es tatsächlich auch noch Wald und Wiesen Erkältungen gibt, die einen zwar ganz schön blass aussehen lassen, aber weiter nichts tun.
Aber weiß man es wirklich?
Bei meinem letzten Trip nach Berlin am 25. Februar war ich morgens allein schon 50 Minuten als Ölsardine in den Regionalzug gepfercht, weil es eine Bahnübergangsstörung gab. Es hat zwar niemand gehustet oder genießt, was so bemerkenswert war, dass ich das abends umgehend dem Gatten berichtet habe, aber kann man sich trotzdem sicher sein? Zumal wenn man gezwungenermaßen quasi aneinanderlehnt.
Und auch später in den weiteren Zügen, die ich benutzt habe: Wer ist in welchem Gesundheitszustand mit mir gefahren?

Damit dieser Post nicht gar so düster ist und endlich ein Ende erhält, habe ich beschlossen, dass es sogar freundliches Ende wird, zeige ich euch Fridolin-Baltasar, der im Zeichen der Coronakrise hier im Hause geboren wurde:

Ein bisschen verrückt gehört definitiv auch zu den Begleiterscheinung von Corona.

Lasst es euch gut gehen!

Abends werden die Faulen fleißig …

… so oder so ähnlich.

Ich habe heute wieder alles Erdenkliche getan, um nicht die Bilder für meinen Shop bearbeiten zu müssen/können. Damit ich ganz bestimmt nicht fertig werde und endlich wieder befreit etwas anderes tun könnte.

Ich habe mich mit Waschen, Putzen, Einkaufen, Recherchieren, Backen, Kochen und Malen …

… nein, fertig sind die noch nicht …

… vom Eigentlichen abgelenkt.

Dann aber kurz vor knapp habe ich mich doch noch hingesetzt und habe die Bilder für den Shop bearbeitet und bin damit jetzt tatsächlich fertig. *schnell X X X mach*

Morgen früh werde ich alle Ablenkung verbannen (smartes Phone in die unterste Schublade, Telefonklingel ausstellen und meinen Popo an den Stuhl kleben) und dann die Rücksacke in den Shop einstellen und den Shop eröffnen.

Ooooooooooohmmmmmmmmm … es wäre fein, wenn mir das morgen gelingt …

… selbst wenn erst abends die Faulen wieder fleißig werden, wäre es fein. Ein echter Gewinn.

Jedem Tag wohnt ein neuer Anfang inne …

… so oder so ähnlich.

Ich beginne eigentlich jeden Tag mit der Absicht: „Ja, heute raffe ich mich endlich auf und mache dies und das. Erledige, was schon ganz lange darauf wartet in Angriff genommen oder fertig gemacht zu werden.“

Meist verpufft die Absicht recht schnell, weil wieder einer meiner Energiefresser, meist meine Mutter mit einem Anruf, der den Auftrag enthält, dass ich einmal mehr ein Problem ihres Lebens zu lösen habe, meine Energie frisst.

Aber ich will nicht ungerecht sein. Ich kann mich auch wunderbar allein von den Dingen abhalten, die ich eigentlich tun wollte, sollte und müsste (wie zum Beispiel meinen Internetshop endlich zu Ende einrichten und eröffnen … ich hasse es … es geht mir so auf die Nerven, dabei habe ich das Schlimmste schon geschafft).

Heute zum Beispiel habe ich mich mit dem hier …

… dem Vogel abgelenkt.

Nein, der Vogel ist natürlich nicht Tag füllend, aber es ist doch ein weiter Weg bis zu ihm, wenn man/ich erst einmal los muss, um die Dinge für seine Entstehung zu erstehen und man/ich nicht so früh loskommt, wie man gerne möchte, weil man/ich erst wieder einmal der/meiner Mutter Dinge erklären muss …
(Sie per WhatsApp: „Warum buchen DIE Geld von meinem Konto ab?“
Ich per Telefon, weil es einfacher ist … es kann nämlich sein, dass sie eine WhatsApp-Nachricht erst nach drei bis zwölf Tagen liest … „Wer sind DIE?“
Sie: „Na, DIE in meinem Handy. Ich kucke da manchmal nach und jetzt ist es weniger.“
Ich: „Das ist okay. Das machen DIE jeden Monat. Das ist die Gebühr, damit dein Handy funktioniert. Du damit ins Internet kannst (meine Mutter schafft es 3GB Datenvolumen in zwei Tagen zu verbrauchen … das schafft nicht mal mein Kind … wir sind alle sehr beeindruckt, wollen aber nicht wirklich wissen, wo sie sich rumtreibt).“
Sie: „Ach so. Aber eigentlich habe ich das ja gewusst.“ (der Zusatz kommt immer, damit ich nicht glaube, sie wäre blöd … senil … verkalkt … eigentlich will sie nämlich nur meine Intelligenz fördern/fordern)
Ich: „Das ist prima, wenn du das gewusst hast.“
Sie: „Das machen DIE wahrscheinlich öfter.“
Ich: „Ja, das machen DIE alle 30 Tage.“
Sie: „Ach so. Aber das wusste ich ja. Wollte nur hören, ob du das weißt.“
Ich: „Ja, ich weißt das und ich sorge immer dafür, dass du genug Guthaben hast, damit DIE alle 30 Tage Geld abbuchen können.“
Sie: „Das ist gut. Vielleicht frage ich nochmal. Nur zur Sicherheit. Denn eigentlich weiß ich das. Ich frage nur, damit du das nicht vergisst.“
Ich: „Mach das.“
Falls jetzt an dieser Stelle jemand ermattet ist, kann ich das verstehen. Es ist ermüdend.
In 30 Tagen führen wir … also ich (ja, ich bin ein Esel und gehe an dieser Stelle voran) und meine Mutter, nicht ihr da draußen am anderen Ende meines Blogs … denselben Dialog.

Wir, also meine Mutter und ich, haben viele Themen dieser Art, die wir tagtäglich wiederholen können. Uns geht der Gesprächsstoff quasi nicht aus.
Mich macht es müde … mich zermürbt es.
Nicht weil ich es schrecklich finde, dass meine Mutter immer mehr im Wo-auch-immer versinkt … nicht mehr aktiv am Leben teilnimmt.
Ich habe auch nicht im Geringsten die Angst, dass sie mich eines Tages vergessen könnte … sich nicht mehr an mich erinnert, weil sie mir den Gefallen nie tun/die Erleichterung zukommen lassen wird.
Ich finde es ermüdend/zermürbend, weil es so nutzlos, so Zeit und Energie raubend ist.
Weil ich seit Jahrzehnten darauf konditioniert bin, die Wünsche meiner Mutter sofort zu erfüllen … so schwachsinnig sie auch sein mögen und ich finde es ärgerlich, dass ich es bei allem Wissen nicht schaffen, mich davon freizumachen.
Ja, es ist nicht meine Mutter.
Ich bin Diejenige, die es nicht schafft sich freizumachen.

Und weil das jetzt alles so ist, wie es ist … nein, ich habe diesen sinnfreien, ermüdenden Blogbeitrag nicht geschrieben ;O), … gebe ich meinen rosa Elefanten jetzt noch Konturen, Ecken und Kanten und Charakter … oder so ähnlich …

Und morgen starte ich dann wieder mit den „guten“ Vorsätzen und mache die Dinge, die ich schon lange machen wollte …
… unter anderem endlich meinen Shop fertig.

Das FreitagsMilchKaffeeGesicht …

… sieht ungefähr so aus, wie ich mich fühle.
Dieses Jahr hat mir wirklich arg zugesetzt und ich kämpfe im Moment sehr mit meiner Depression und mit der Angststörung (gestern hätte sie fast gesiegt und mich nicht aus der Wohnung gelassen, aber ich habe mich nachmittags doch noch aus der Wohnung geschleppt und bin mit weichen Knien, hoch gezogenen Schultern und bei jedem lauteren Geräusch zusammenfahrend durch die Gegend gewankt und habe es sogar in den Supermarkt geschafft).

Da mein Allgemeinzustand nicht so toll ist, ist es umso wichtiger, dass ich bei aller Pflichterfüllung auch etwas für mich tue, was mir gut tut.
Meistens vergesse ich leider was mir gut tut und bin dann umso entzückter, wenn es mir wieder einfällt.
Gestern zum Beispiel fiel es mir ein. Zwar auch nur über den Umweg – „Ach ja, ich wollte ja Andrea als Dank ein Paar Handstulpen für den kalten Winter draußen bei den Alpakas aus Cody stricken.“

Also habe ich den gewaschenen Cody und die Handkarden herausgeholt …

… habe das Alpaka gekämmt.
Aus diesem 7g Häufchen …

… wurde dieses 7g Wölkchen …

So flauschig. Einfach toll.

Jetzt muss ich mich ein bisschen ran halten und mehr Cody waschen, damit ich mehr kardieren, dann spinnen und letztendlich die geplanten Dankes-Handstulpen stricken kann.
Der Unterschied zwischen gewaschen und ungewaschen ist wirklich immens …

Ja, die linken und die rechten Faser stammen tatsächlich vom selben Tier.
Ich habe nachdem ich die erste Fuhre Fasern gewaschen hatte, bei der Besitzerin nachgefragt, ob sie den Sand wieder haben möchte. Es kam schon aus der kleinen Ladung Fasern die halbe Sahara raus. Verständlich, Alpakas haben nichts besseres zu tun, als Fressen und sich im Sand zu suhlen.

Im Sommer durfte ich die edlen Wollspender besuchen. Zum einen ist da Cody …

Zu dem Zeitpunkt lag die Schur schon zwei Monate zurück. Was ganz gut ist. Man sieht die „Mähspuren“ nicht mehr so.
Cody ist ein Wallach und nur darum darf er in der kleinen, im Aufbau befindlichen Herde leben.
Neben Cody gibt es noch Mutter und Kind (die Namen habe ich leider vergessen) …

Das vorne liegende Alpakababy ist auf dem Bild gerade drei Tage alt. Eine wirklich Süße.

Man beachte die für Alpakas typisch eingeknickten Vorderbeine.

Das hier ist die verfressene Helene. Eine total Hübsche, die an diesem Tag Geburtstag hatte und so viel fressen durfte, wie sie wollte und sie wollte viel und hing ständig mit ihrer Schnauze im Futterbeutel, wenn man ihr nicht schnell genug die Möhrenstücke angereicht hat.
Dann gibt es noch Achille …

Achill ist der Erstgeborene der obigen Mutter, deren Name mir nicht einfällt und somit der Bruder von dem diesjährigen Fohlen, mit dem ebenfalls von mir vergessenen Namen. Ich weiß nur, dass er mit B anfängt. Aber auch nur weil es logisch ist … Achille, der Erstgeborene der jungen Herde und nach A folgt B.

Achille hat inzwischen die Herde verlassen. Er wurde gegen zwei bunte Stuten getauscht, damit er in der eigenen Herde keinen Unfug anstellt und weder Mutter noch Schwester besteigt. Zwei Stuten als Tausch, weil Achille gute Gene hat und man davon ausgeht, dass er ein guter Deckhengst wird. Außerdem hat er für einen Hengst… einen pubertierenden Hengst ein sanftes Gemüt.

Der Ausflug zu den Alpakas hat mir viel Freude gemacht. Obwohl es brüllend heiß war, ich nur das klapprige Familien-an-Besucher-Ausleihfahrrad der großen Schwester fahren durfte, bei dem alle naslang die Kette abgesprungen ist (inzwischen war das Fahrrad in der Werkstatt, hat man mir berichtet … ich habe ihm den Rest gegeben :O))) ) und ich mich nebenbei, weil es auf dem Weg lag, um den Anschub der Wohnungsentrümpelung von meiner Mutters Wohnung kümmern musste.

Ich wurde sogar darum gebeten die Alpakas nebst den dazugehörigen Menschen möglichst bald wieder zu besuchen. Und wenn ich mich im nächsten Jahr früher entscheiden kann, dass ich Alpakawolle will, bekomme ich nicht nur weißen Cody, sondern auch andere Farben. Eigentlich ist es mir egal. Zur Not kann man die Fasern färben und da ist Weiß sowieso die beste Option. Allerdings wäre so ein Helene-Fließ schon schön. Helenes Farbe ist toll.

Beim Schreiben merke ich gerade wie gut mir der Besuch der Alpakas wirklich getan hat. Vielleicht sollte ich das bald wiederholen.
Beim nächsten Besuch in Berlin zwei Stunden bei den Alpakas einplanen. Kucken, staunen, die Alpakas mit Möhrenstückchen vollstopfen und mit ein bisschen Glück ein wenig Flauschen. Die mögen nämlich nicht gern gestreichelt werden. Kann ich aber gut verstehen. Ich lasse mich auch nicht von jedem Flauschen.
Die verfressene Helene ist manchmal zu einem Tauschhandel bereit: Möhre gegen einmal Flauschen lassen.

Samstagmorgen

Den Gatten habe ich nach einem Morgenkaffee und seinem Frühstückstoast auf dem Balkon schon vor einer Weile zur Arbeit geschickt. Ich dagegen sitze nach diversen kleineren Verrichtungen immer noch untätig auf dem Balkon herum und genieße die morgendliche Kühle und bestaune alles, das um mich herum fliegt und brummt und das genießt, das ich für Biene, Hummel & Co. in luftiger Höhe gepflanzt habe. Anscheinend habe ich den Geschmack getroffen.

An sich könnte ich sehr zufrieden sein, denn der Moment ist gerade gut. Aber ich kann mich nicht in Frieden lassen.
Ich kann nicht still sitzen. Ich kann nicht nichts tun.
Eine komische seltsame Instanz in mir meint, mir würde ohne das ich etwas tue, jegliche Lebensberechtigung entzogen.
Wenn ich nichts tue, bin ich nichts wert.
Wenn ich wirklich mal nichts tue, muss ich mich mit schlechtem Gewissen bestrafen.
Das muss man mir ganz früh irgendwo irgendwie ins Hirn … in die Seele … ins Ich gepflanzt haben. Es ist ganz fest verwurzelt und lässt sich nicht ausreißen … ausrotten.

Selbst während ich hier schreibe, was an sich auch nichts tun ist, weil im Zweifel mache ich es für mich selbst und das ist nichts … nicht wichtig, arbeitet ein anderer Teil in mir und überlegt, was ich machen muss, um meine Pflicht erfüllt … meine Daseinsberechtigung erfolgreich verlängert zu haben.
Ganz schön starker Tobak.

Vielleicht ist heute ein guter Tag mich im Nichtstun zu üben …

… aber erst nachdem ich Staub gesaugt und das eine oder andere von A nach B sortiert habe. Ich könnte auch noch zwei Briefe an die Versicherungen schreiben, mir Gedanken darüber machen, wie ich die Teile des Lebens meiner Mutter weiter sinnvoll verwalte und was als nächstes getan werden muss. Die Steuererklärung muss auch noch gemacht werden.

Ich muss los! Nichtstun!

P.S. Wenn ich mich erfolgreich im Nichtstun geübt habe, versuche ich mit Nichts denken … fiel mir gerade beim Staubsaugen ein …

Was inzwischen geschah:

Das Wichtigste zuerst – Ich habe die Macht!

Die Vorsorgevollmacht für meine Mutter, die seit Ende April im Pflegeheim ist. Es war ein langer, anstrengender Weg dorthin. Aber nun liegt sie dort warm, wird regelmäßig trocken gelegt, weil sie nicht mehr in der Lage ist zu gehen oder zu stehen, geschweige denn aktiv zu sitzen … nein, ihr ist nichts Dramatisches passiert, sie ist körperlich auch nicht krank, wenn man von ein bisschen Arthrose hier und da absieht (da klemmt es bei mir an eindeutig mehr Stellen), nein, sie hat sich einfach zu wenig bewegt, zu viel im Bett gelegen, sodass sich alle Muskulatur von Dannen gemacht hat, das vermutlich sogar irreversible, verweigert sich sämtlichen Therapien, die mehr von ihr fordern als irgendwelche Schmerzmittel zu fressen zu nehmen und benimmt sich wie im Hotel … „Zackzack, nun machen Sie mal. Schließlich bezahle ich Sie!“
Nachts zum Beispiel klingelt sie, weil sie den Rücken gekrault haben möchte.
Ich bin mir aber sicher, dass sie sie dort noch einnorden werden und sie begreifen wird, dass es so nicht funktioniert.

Leider bin ich nicht schnell genug weggelaufen und habe den ganzen Mist jetzt an der Backe, aber langsam müsste ich jedem, der es wissen muss, gesagt haben, dass die Post jetzt an mich geht (Dank neuer Datenschutzverordnung dürfen sie im Pflegeheim noch nicht einmal ihren Briefkasten, den sie dort eigentlich hat, leeren. Sie selbst kann ja nicht zum Briefkasten, aber selbst wenn sie könnte, wäre sie mit den Dingen überfordert) und alle offenen Rechnungen bezahlt sein.
Die Wohnung ist zu Ende August gekündigt (sie ist nur unter der Bedingung ins Heim gegangen, dass nach Hause darf, wenn sie wieder fit ist. Zum Glück hat sie am 3. Mai festgestellt, dass sie gar nicht mehr nach Hause will/kann (da war es natürlich zu spät für eine Kündigung bis Ende Juli … Geld sparen war noch nie ihre Sache) und hat mir voller Freude erzählt, als ich gesagt habe, dass es mir gerade nicht so gut geht, das es mir noch viel schlechter gehen wird, weil ich noch ganz viel für sie tun muss …)
Telecom und Versicherungen habe ich auch schon gekündigt. Mal sehen wann uns wer früher aus den Verträgen lässt.
GEZ ist abgemeldet.
Der Hausnotruf, den sie sowieso nicht benutzt, ist auch gekündigt.
Am 13.06. habe ich eine Termin in Berlin, um sie umzumelden. War in der Tat der früheste Termin, den ich bekommen habe. Ohne Termin geht in Berlin gar nichts mehr. Mir egal. Mit der Online-Vereinbahrung des Termins habe ich die Meldefrist von 14 Tagen eingehalten.
Diverser anderer Klöterkram ist auch schon erledigt.
Irgendwann werde ich mich mit dem Vermieter treffen und sehen, was alles aus der Wohnung raus muss und ob ich und wenn was ich renovieren muss.
Wenn das geklärt ist, kann ich ein Date mit einer Entrümplungsfirma vereinbaren. Kommt alles weg. Will keiner etwas haben. Und ihr Rosenthal Services und das Allerwelts Services von Villeroy und Boch zu verkaufen, da steht der Erlös in keinem Verhältnis zum Aufwand. Ihren heißgeliebten Pelz will auch keiner.

Das ist im Groben das, womit ich mich seit Anfang März beschäftigt habe.

Ich habe auch wieder angefangen zu spinnen, aber dazu gibt es demnächst einen anderen Post.

Jetzt muss ich kochen, weil der Gatte bald kommt und ich muss/darf/will mich aufs Kind freuen, welches wir nachher am Hamburger Hauptbahnhof einfangen und wir ein paar Tage genießen dürfen.

P.S. Ist schon seltsam, wie komisch man angekuckt wird, wenn man sagt, dass die Mutter im Pflegeheim ist. Vielleicht sollte ich mal fragen, wie viele von den komisch Kuckern tatsächlich bereit wären ihren Eltern regelmäßig den Hintern zu wischen …

Kuckuck!

Nee, natürlich war es nicht der Kuckuck, der dieses Blümchen in den Blog gestellt hat. Das war ich schon höchstpersönlich.
Ich dachte, ich könnte den verbliebenen dreieinhalb Lesern damit eine kleine Freude machen. Ist ja doch hübsch hin und wieder etwas anderes zu sehen zu bekommen.

Vielleicht gelingt es mir in nächster Zeit öfter meine Nase aus meinem Bau zu stecken. Zu berichten gäbe es genug, aber dazu müsste ich mich aufraffen (können).