Ab jetzt wird alles besser (ironiean/aus)

Heute wäre nämlich unsere Abreise von Rügen gewesen. Somit müssen wir nicht mehr traurig sein, dass der Urlaub geplatzt ist und wir viele traumhafte Sonnenuntergänge verpasst habe. Das Wetter war nämlich die ganze Zeit, die wir auf der Insel gewesen wären, genauso schön wie vor drei Jahren zu unserer Hochzeit.

So wie oben drüber sah mein Schloss, indem wir geheiratet haben, und das Wetter 2017 am 24.03. aus und so sah es am vergangenen Dienstag aus, …

Im Moment hat das Schloss seine Pforten geschlossen und man kann nur im weiten Bogen herumgehen.
Ich habe noch nie ein Bild von meinem Schloss gemacht auf dem keine einziger Mensch ist. Eine völlig neue Erfahrung.

Um unseren Hochzeitstag und meinen Geburtstag gebührend zu feiern, sind wir abends essen gegangen … wir haben unser Essen von der Küche an den Esstisch im Wohnzimmer getragen. Es gab Zanderfilet auf einem Grüne Linsen Chicoree Tomaten Rague. Sehr lecker.

Dieser besondere Tag war zwar nicht wie geplant, aber wir haben im Rahmen der Möglichkeiten das Beste daraus gemacht.

Um nicht daran denken zu müssen, dass ich wegen diesem Corona Kram mein Kind nicht wie geplant am Wochenende hier begrüssen kann, werde ich mich ans Werk machen und ihm den Schal tatsächlich häkeln, den er sich gewünscht hat. Heute Morgen ist nämlich endlich die Wolle dafür gekommen.

Diese Statusänderung musste ich ihm natürlich gleich mitteilen:

Freut mich sehr, dass er ihm gefällt.

Falls ihr demnächst nichts mehr von mehr lest, liegt es daran, dass der Gatte und ich uns die Köppe eingeschlagen haben. Er hat, weil er, wie schon erwähnt, zur Risikogruppe gehört, seinen Urlaub bis zum 19.04. verlängert. So lange waren wir noch nie am Stück zusammengepfercht. Schon gleich gar nicht mit so wenig Auslauf.
Seit Montag weiß ich, dass ich ebenfalls zur Risikogruppe gehöre. Bisher hatte ich mich immer damit getröstet, dass ich nur Heuschnupfen habe und kein Corona. Nun weiß ich, dass mich der Heuschnupfen in die Risikogruppe einreiht. Fein, ich mochte ihn noch besonders gerne. War immer eher genervt von ihm. Das macht unser Verhältnis nicht besser. Ich würde mich gern von ihm distanzieren, schon seit Jahrzehnten, aber er ist und bleibt anhänglich und hält sich nicht an die Kontaktsperre.

Unseren Urlaub …

… hatten wir uns anders vorgestellt.

Statt auf unseren Balkon und die davor stehende, immer noch kahle Birke …

zu schauen, wollten wir, wie vor drei Jahren zu unserer Hochzeit, den unverbauten Blick auf die Ostsee …

… und den einen …

… oder anderen …

… Sonnenuntergang genießen. Die Wetteraussichten dafür waren perfekt, aber dank Corona reicht es nur fürs heimische Sofa mit einem sehr unguten Gefühl und vielen unguten Gedanken.
Meine Mutter muss sich mit einem Paket zu ihrem Geburtstag begnügen. Ich dürfte sie zwar besuchen … noch (wer weiß, was sie sich morgen ausdenken) dürfte ich sie besuchen, aber nur für eine Stunde und nur eine Person darf zu ihr. Weil die Fahrerei in keinem Verhältnis zum positiven Effekt stehen würde und der Gatte draußen warten müsste, haben wir auch das abgesagt. So sind wir alle auf der vermeintlich sicheren Seite.

In den letzten Tagen musste ich feststellen, dass ich nicht gut im Hamstern bin.
Zum einen, weil es Dinge, z. B. Mehl, Klopapier, TK-Gemüse nicht gibt. Zum anderen weil ich, wenn ich etwas erbeutet habe, z. B. eine Packung Dinkelnudeln, nicht mehr weiß, wo ich sie hingelegt habe.
Da sieht man mal wieder, dass man auch oder vielleicht auch gerade in solchen Zeiten etwas über sich lernt. Ich habe gelernt, dass ich ein Hamster mit Eichhörnchenhirn bin.

Heute habe ich erfolgreich gehamstert. Ich habe ein Kilo Kaffeebohnen erstanden, bevor der Laden wahrscheinlich ab morgen schließen muss.
Das macht mich sehr stolz.
Noch stolzer macht mich der Umstand, dass ich noch weiß, wo ich den Kaffee hingelegt habe.

Klopapier werden wir sicherlich auch noch irgendwann auch noch abbekommen. Es sit noch nicht ganz so dringend.
Genug Seife hingegen haben wir. War auch nicht so einfach, aber wir konnten gestern noch zwei Packungen Flüssigseife ergattern.

Die Zeiten sind völlig verrückt und verdreht.
Wir sollen möglichst zu Hause bleiben und möglichst wenig in die Öffentlichkeit gehen, aber es ist schon seit nahezu zwei Wochen mühsam einkaufen zu gehen. Es dauert unglaublich lange und man muss viele Geschäfte abklappern, bevor man überhaupt annähernd bekommt, was man braucht.
Da klafft eine riesen Lücke zwischen der politischen Vorstellung von der Verhinderung einer weiteren schnellen Ausbreitung und der sich ergebenden Realität. Höchst unbefriedigend und nervenaufreibend.

Ich würde gern Urlaub von Corona machen. Ein paar Tage nichts darüber hören, sehen, lesen und denken müssen.

Fisch & Sheeps

In der Küche warten lümmelnd die frischen Schollen auf mich und duften wunderbar nach frischem Fisch.

Nebenan trocknen die gewaschenen Schafe, nach nassem Schaf riechend (ich mag auch nasses Schaf riechen), still vor sich hin …

So riecht definitiv mitgebrachter Urlaub.

… ich habe meine Rohwolle … meine Wollflocken in der Waschmaschine, 3x Wollwaschgang mit 30° und bei 800 Umdrehungen schleudern, gewaschen. Ich vermute, dass tun nicht viele. Hat aber super funktioniert.

Stürmisch …

… ist es hier heute …

… so stürmisch, dass die Vögel heute alle rückwärts fliegen. Sieht sehr lustig aus und irgendwie sehen die Flattermänner so aus, als hätten sie eine Menge Spaß.

Wir haben das Gestürme genutzt und uns an unserem letzten Tag nach drinnen zurückgezogen und spielen unser neues „Mensch ärgere dich nicht – Spiel“ ein.

Zurzeit steht es 2:1 für mich. Meine Seehunde sind flink.

UrlaubsMorgenIdylle

Mit dem Frühstücktee auf dem Balkon sitzen …

… dabei Schafe kucken und hören …

… Spatzen und Schwalben schimpfen und fliegen uns um die Ohren, die beiden Pferde Schnauben hin und wieder …

… der kleine Mäher geht seinem Tagwerk nach …

Ich bin gespannt für welche Route er heute eingeteilt ist. Das wechselt nämlich von Tag zu Tag.

Jetzt macht er aber gerade Pause …

… wahrscheinlich war die Hasenjagd …

… so anstrengend. Der vom Mäher verstörte Hase ist auch erstmal aufs Feld geflohen, …

… aber spätestens heute Abend kommt er wieder und bringt bestimmt seine Verwandten wieder mit.

Ich sehe jetzt zu, dass ich meine täglichen Kopfschmerzen, die mir das Bett, das ich eher als Hängematte bezeichnen würde, einbringt.

P.S. Hase schon wieder da …

Der Mäher speist noch, also keine Gefahr für den Hasen.

Jäger und Sammler

Vor zwei Tagen wollten wir abends nur schnell an den Deich noch eine kleine Runde spazieren gehen.

Nach einer guten Stunde zerrte mich der Gatte an den Haaren von Deich, weil er der Meinung war, ich wir hätten genug Wollgespenster Wollflocken gejagt …

Ich habe keine Ahnung wie viel Gramm das sind, aber es hat viel Spaß gemacht die Wollgespenster aufzusammeln.

Noch gespannter bin ich, was nach Waschen, Kardieren und Spinnen dabei herauskommt.

Da ich den Hals nie voll kriege, sind wir vorhin auf den Deich direkt vor unserem Balkon gestiegen … den habe ich bisher gemieden, damit ich den Spatzen ihre Nestpolsterung nicht stibitzen wollte … und wollten Wollflocken jagen. Gab aber keine Wollflocken. Die Schafe tragen ihr Haar zu kurz, um Wollflocken zu produzieren.

Schade, aber nicht schlimm. Wir haben hier noch zwei Tage und es gibt andere Deiche und andere Schafe.

Dafür haben wir Teile unseres des morgigen Geburtstagsessen für den Gatten, der jetzt echt steinalt wird, erlegt:

Queller oder auch Salicornia.

So lecker frisch aus dem Watt. Könnte ich jetzt so wegknuspern.
Gibt es aber erst morgen zu Fisch & Bacon & gebratenen Spargel & Kartoffeln.

Jetzt geh ich kochen – Chili sin Carne. Auch sehr lecker, wenn man Chinoa mag.

Ich spinne wieder …

Eigentlich hatte ich bei meinem Umzug von Berlin nach Ahrensburg beschlossen, das Spinnrad zu verkaufen. Es hat gut ein Jahr gebraucht, um mich zu überreden, es doch zu behalten.
Irgendwann dachte ich – So ein bisschen produktives Spinnen und dabei die Gedanken schweifen lassen, ist schon schön – und kramte es aus dem Keller.

Dann musste ich mich natürlich auf die Suche nach Fasern machen. Ich fand aber nichts, was mich wirklich überzeugte und so fragte ich den Gatten, ob ich mir ein Kardierbrett/Blendingboard kaufen darf (schon Mist, wenn man kein eigenes Einkommen hat). Ich durfte natürlich und so zogen ein Kardierbrett und viele unterschiedliche Fasern bei uns ein.

Am Samstagabend habe ich mir dann noch eine Portion Fasern für den Urlaub kardiert …

… und so konnte ich gestern Abend mit einem Blick auf Herrn Jauch und einem Blick aus dem Fenster auf den Deich …

… und die potenziellen Wollgeber …

… die zu der Zeit schon geschlafen haben und einem Blick auf Husum …

… das/den erste/n Rollag verspinnen …

Die wunderschöne, sehr ausgewogene und gut laufende Handspindel habe ich mir leider auch noch für unterwegs kaufen müssen. Das Spinnrad hätte nicht mehr ins Auto gepasst.

Der Gatte und die große Schwester, zu der ich bei meinem letzten Berlin Besuch das Kardierbrett mitgeschleppt hatte, sagen beide, dass ich sehr glücklich aussehe, wenn ich mein Brett bürste. Wenn zwei das sagen, muss es so sein.

Während ich gerade diesen Betrag schrub, besuchte uns einer der unzähligen, lärmenden Spatzen …

Ich glaube hier in der Gegend wachsen Spatzenkinder gut behütet und sehr kuschelig auf. Die Spatzen haben nämlich die Schnäbel immer voller Schafwolle (ich weiß leider nicht, ob sie die den Schafen ausrupfen oder auf dem Deich sammeln) oder kleiner, flauschiger Federn (wem sie die klauen, weiß ich auch nicht).